Jubläumskonzert Kammermusik im Nicolaihaus
Pēteris Vasks: Episodi e Canto Perpetuo
Mit Episodi e Canto perpetuo (1985) schuf Pēteris Vasks ein Klaviertrio von großer innerer Spannung. Fragmentarische „Episoden“ stehen einem weit gespannten, fast zeitlosen „Canto perpetuo“ gegenüber. Aus asketischen Klangflächen wachsen leidenschaftliche Ausbrüche, Stille wird zum Ausdrucksträger. Das Werk verbindet spirituelle Konzentration mit existenzieller Dringlichkeit – Musik als leiser Widerstand und als Suche nach Hoffnung.
Maurice Ravel: Klaviertrio in a-Moll
Ravels Trio a-Moll (1914) ist ein Feuerwerk an Farbe und Präzision: baskisch schimmernde Rhythmen im Kopfsatz, ein „Pantoum“ voller metrischer Reibungen, eine Passacaille von archaischer Wucht – und ein Finale, das nahezu orchestral aufblüht. Auf knapp 30 Minuten bündelt Ravel Klangluxus, Virtuosität und eine nervöse Energie am Vorabend des Ersten Weltkriegs.
Gaspar Cassadó: Klaviertrio C-DurGaspar Cassadós Klaviertrio C-Dur (1926) bildet den temperamentvollen Schlusspunkt des Abends. Rhythmisch zugespitzt, farbenreich und von spanischem Geist durchzogen, verbindet das Werk virtuose Brillanz mit kantabler Eleganz. Cassadó, selbst ein gefeierter Cellist, schreibt kammermusikalisch pointiert und publikumsnah – mit scharfem Witz, tänzerischem Drive und einem Finale von mitreißender Energie.